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Ohrakupunktur

Fast niedlich sehen Sie aus, die kleinen Nadeln, die für die Ohrakupunktur verwendet werden. 0,15 mm Durchmesser, hellblauer Griff und äußerst weiches Chirkurgenstahl: Das sind die Eckpunkte der winzigen Nadeln, die für eine Ohrakupunktur verwendet werden.

Die Chinesen wenden die Ohrakupunktur schon seit 2500 Jahren an, in Europa hat die Ohrakupunktur seit den .60er Jahren des letzten Jahrhunderts einen großen Aufschwung erlebt.
Der Arzt Paul Nogier bemerkte bei mehreren seiner Patienten Brandnarben am Ohr. Diese Patienten waren allesamt Matrosen und erzählten ihm, dass Sie in der Südsee bei einem Hafen-Heiler durch ein glühendes Eisen, welches die Brandnarben verursachte, von ihren Ischias-Beschwerden kuriert wurden. Dies hat Dr. Nogier neugierig gemacht und er entwicklete innerhalb kurzer Zeit sein Modell vom "Embryo im Ohr" Wenn man sich das Ohr ansieht, kann man sich einen kleinen umgedrehten Embryo darin vorstellen. Am Ohrläppchen liegt der Kopf, die Wirbelsäule liegt auf der mittleren Knorpelrinne und die inneren Organe liegen in der tiefen Ohrmuschel.  Wenn man beispielsweise eine Nadel an die Stelle sticht, wo das Knie im Ohr abgebildet ist, dann könne man damit Kniegelenksbeschwerden behandeln: So war die Erklärung in den Anfängen der französischen Ohrakupunktur.

Heute sieht die Erklärung der Wirkweise etwas anders aus: Das Ohr hat sich im Laufe der embryonalen Entwicklung aus einer Ausstülpung des Gehirns entwickelt und steht auch heute noch in engem Kontakt mit dem Gehirn. Das Gehirn und die körperlichen Repräsentationen im Gehirn vermutet man im Ohr abgebildet. Über eine Stimulation der Ohren erreiche man quasi die "Chefetage" auf direktem Weg, so die Erklärungsweise. Das Ohr außerdem wird von mehreren Gehirnnerven enerviert, auch eine Sympathikusbeteiligung wurde von russischen Forschern mittlerweile nachgewiesen. 1987 wurde die Ohrakupunktur von der Weltgesundheitsorganisation anerkannt.

Doch für Sie als Patient sind die verschiedenen Erklärungen vermutlich weniger interessant als viel mehr die Frage: Wie läuft eine Ohrakupunktur denn nun genau ab?

Das Ohr wird desinfiziert und es werden in aller Regel 5-6 der kleinen Nadeln verwendet. Die Behandlung findet im Liegen statt und dauert ca. 30 Minuten. Wenn Sie möchten, werden Sie mit einer Decke zugedeckt, damit die Behandlung so angenehm und entspannend wie möglich ist. Damit die Nadeln treffsicher an die entscheidenden Punkte gelangen, wird das Ohr vorher genau begutachtet und abgetastet. Nach der Akupunktur melden mir Patienten häufig zurück, dass Sie etwas müde und recht entspannt seien. Daher empfehle ich nach der Behandlung noch einen kurzen Spaziergang, bevor Sie sich wieder ins Auto setzen.

Bei welchen Erkrankungen habe ich bisher die Ohrakupunktur in der Praxis angewendet?
- Schmerzen unterschiedlicher Art (Migräne, Kopf- Gelenk und Regelschmerzen)
- Heuschnupfen
- Orthopädische Erkrankungen
- Frauenbeschwerden und hormonelle Themen
- Emotionale Beschwerden wie Stress, Befindlichkeitsstörungen, leichte depressive Verstimmungen oder Prüfungsangst
- Raucherentwöhnung

Innerhalb von drei bis fünf Behandlungen zeigt sich, wie die Ohrakupunktur bei Ihnen und Ihren Beschwerden wirkt. Es gilt wie immer: akute Erkrankungen erfordern weniger Behandlungen als chronische Beschwerden. Patienten mit Nadelangst oder jüngere Kinder behandle ich meist mit einem Softlaser oder mit Pflastern mit Goldkügelchen, die auf die Akupunkturpunkte aufgeklebt werden. Weitere Fragen beantworte ich Ihnen gerne im persönlichen Gespräch.